• Frank Franzke

Rheinische Post 6. Mai 2021

Aktualisiert: Mai 10

Die Vereinstätigkeiten an der Peterstraße mussten im vergangenen Jahr weitgehend ruhen. Vorsitzender Karl-Heinz Vossenbrecher blickt dennoch positiv in die Zukunft.


Von Wolfgang Weitzdörfer

Der Verein hat die Montagsgruppe ausgesetzt. Ende Oktober wurde noch eine WhatsApp-Gruppe eingerichtet, um ein wenig Kontakt zu halten. Foto: Jürgen Moll


Das Hin und Her zwischen Corona-Lockdown und Lockerung hat auch vor dem Verein für regionale Industriegeschichte, dem 3-Städte-Depot mit Sitz an der Peterstraße, nicht Halt gemacht. „Seit November müssen wir wieder geschlossen sein – und das wird bestimmt auch noch eine Weile so bleiben“, sagt der Vorsitzende Karl-Heinz Vossenbrecher. Davon betroffen seien allerdings nicht nur die Besuche und VHS-Kurse, die sonst regelmäßig in der großen Halle mit ihren zahlreichen Maschinen stattfinden. „Wir haben auch unsere Montagsgruppe derzeit ausgesetzt. Ende Oktober haben wir uns noch eine WhatsApp-Gruppe eingerichtet, so dass wir wenigstens auf diese Weise ein wenig im Kontakt bleiben können“, sagt Vossenbrecher.

Dabei habe die Vereinsarbeit indes keineswegs geruht. Ziel des 3-Städte-Depots sei es ja, regionale Industriegeschichte zu dokumentieren. Dafür sei man natürlich auf Spenden von Unternehmen aus der Region angewiesen. „Wir haben gerade etwa eine Stechuhr der Firma Kottsieper bekommen, die aus dem Jahr 1977 datiert. Außerdem haben wir eine alte Flachschleifmaschine zur Verfügung gestellt bekommen“, sagt Vossenbrecher. Nicht zuletzt habe die Firma Barmag aus Remscheid noch eine etwas andere, durchaus nützliche Spende getan. „Wir haben 20 Paar Sicherheitsschuhe in unterschiedlichen Größen gespendet bekommen, 18 für Männer und zwei für Frauen“, sagt der Vorsitzende. Bunt sei hingegen die Spende der Firma Beiersmann gewesen – 400 Kilogramm Bänder in 15 Kartons. „Die wurden dann von unserem Vereinsmitglied Ernst Köser auf eine große Menge an Kunststoffspulen aufgewickelt und könnten jetzt begutachtet werden“, sagt Vossenbrecher. Könnten – wenn das Depot wieder geöffnet werden könnte. Eine Öffnung ist aber, zumindest glaubt man das im Vereinsvorstand derzeit, in der normalen Form eher noch in weiter Ferne. „Wir haben unseren regelmäßigen Tag der Offenen Tür im August jetzt abgesagt – es ist schon Mai, und noch ist nicht absehbar, wann man wieder viele Menschen an einem Ort treffen kann“, sagt Vossenbrecher. Er hoffe allerdings, im Herbst die eine oder andere kleinere Veranstaltung anbieten zu können. „Es gibt dazu durchaus Ideen. Etwa gibt es Gespräche mit Rita’s Weinlädchen, um in der Halle eine Weinprobe mit etwas Live-Musik zu veranstalten. Aber auch das steht und fällt natürlich mit der Corona-Entwicklung“, sagt er. Grundsätzlich wolle man sich aber nicht in der Halle verstecken, sondern den Weg an die Öffentlichkeit suchen. „Dazu wollen wir auch neue Wege gehen. Außerdem scheint das 3-Städte-Depot weitgehend eine Hückeswagener Institution zu sein – aber wir wollen ganz explizit auch in Radevormwald und Wipperfürth wahrgenommen werden“, betont Vossenbrecher.

Und auch sonst geht der Blick nach vorne. „Wir haben eine Gefährdungsbeurteilung, eine Sicherheitsunterweisung sowie eine TÜV-Durchsicht unserer Maschinen gründlich vorbereitet. Diese soll baldmöglichst vorgenommen werden“, sagt Vossenbrecher. Er sei auch im Gespräch mit Bürgermeister Dietmar Persian sowie den Vertretern fast aller Hückeswagener Parteien. „Wir wollen die Fraktionen ins Depot einladen, wenn es wieder möglich ist. Überhaupt soll die Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeit und den Firmen in den drei Städten ausgebaut und intensiviert werden“, sagt Vossenbrecher. Für den Sommer sei dann zudem eine Mitgliederversammlung geplant – ob virtuell oder in Präsenz werde man dann zeitnah entscheiden.

Es herrscht also keineswegs Stillstand im 3-Städte-Depot – auch wenn man derzeit hauptsächlich im Hintergrund agiert. „Wir sind derzeit zudem auf der Suche nach der Lösung für ein Platzproblem“, sagt Vossenbrecher. Denn wegen anderer Nutzungsnotwendigkeiten müsse man ein Lager von 40 Quadratmeter Fläche in einem Nebengebäude räumen. „Wir überlegen gerade, wo wir die eingelagerten Teile unterbringen können. Und wenn Herbst und Winter dann kommen, werden wir uns darauf konzentrieren, dass wir unsere Maschinen bei einem Tag der Offenen Tür im Frühling 2022 vorstellen können“, sagt Vossenbrecher. Schließlich sei diese Veranstaltung schon zwei Mal ausgefallen. „Daher wollen wir ihn im kommenden Jahr schon etwas früher planen.“

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